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Geschichte

-Quelle: Kovap.cz-

Das tschechische Unternehmen KOVAP Náchod, s. r. o. ist ein weltweit bekannter traditioneller Hersteller von Blechspielzeug. Es ist stolz auf sein breites Sortiment an Originalspielzeug, zu dem auch der legendäre Traktor ZETOR 25, ein aufziehbare Marienkäfer und die populären Modelle des schweren Geländewagens Tatra zählen. Bei allen Produkten der Firma KOVAP wird Wert gelegt auf Handarbeit, präzise Ausführung und lange Haltbarkeit. Das Spielzeug ist ökologisch unbedenklich und schont die Umwelt.

Die Blechprodukte der Marke KOVAP sind ein ideales Geschenk für Kinder wie für Erwachsene und gehören zu den populären traditionellen Souvenirs aus der Tschechischen Republik.

Die Herstellung von mechanischem Blechspielzeug kann in Semily auf eine mehr als 70 Jahre alte Tradition zurückschauen. Mit der Produktion begann die Firma der Gebrüder Sedlák Anfang des Jahres 1946 an. Im gemieteten Gebäude einer ehemaligen Textildruckerei errichteten die Brüder eine Blechdruckerei, eine Stanzerei, eine Werkzeugmacherei, ein Büro und ein Lager. Die Firma beschäftigte 15 Angestellte. Das erste hergestellte Spielzeug war eine Dampfwalze.

Die Firma der Gebrüder Sedlák entwickelte sich erfolgreich bis zum Jahr 1950. Die damalige politische Situation war der privaten Unternehmenstätigkeit nicht geneigt, was zum Beitritt der Brü- der zur Genossenschaft SVED Liberec führte. Dort arbeitete Eduard Sedlák als Konstrukteur. In den Jahren 1954 bis 1956 war es ihm gelungen, mit seinem Kollegen das heute schon legendäre Spielzeug, den Traktor ZETOR, zu entwickeln. Dieses mechanische Blechspielzeug hatte einen originell konstruierten Antrieb mit drei Vorwärts- und einem Rückwärtsgang. Die Einzigartigkeit des Traktors ZETOR beruht außerdem darauf, dass er seit 1957 ununterbrochen hergestellt und verkauft wird.

In den sechziger Jahren kam es zu einer Änderung der territorialen Selbstverwaltung, der Betrieb in Semily wurde der Genossenschaft Kovodružstvo Náchod angegliedert. Und gerade in diesen Jahren wurden bei der Spielzeugherstellung zum ersten Mal Kunststoffe benutzt, die bestimmte ursprüngliche Blechkomponenten ersetzten. Diese Entwicklung dauerte noch bis in die 7er Jahre hinein. Doch es wird auch weiter Blechspielzeug hergestellt, denn es entwickelt sich zu einem guten Artikel auf den sogenannten kapitalistischen Märkten. In der Tschechoslowakei gab es damals mehrere Metallgenossenschaften, und die Exportfirmen hatten ein Problem, diese auseinanderzuhalten, die Genossenschaft Kovodružstvo Náchod ging also dazu über, ihre Produkte unter der Marke KOVAP (kov a plast = Metall und Kunststoff) zu exportieren. Das Ende der 80er Jahre stand ganz im Zeichen der Zusammenarbeit mit der deutschen Spielzeugfirma Georg Kellermann Nürnberg, die KOVAP anbot, Werkzeuge für die Herstellung von Modellspielzeug aus Blech abzukaufen. Der damalige Leiter des Betriebs in Semily, Václav Drašnar, konnte die Geschäftsleitung der Genossenschaft Kovodružstvo von der Partnerschaft mit der deutschen Spielzeugindustrie überzeugen, und so wurden einige Spielzeugmodelle der Marke Kellermann seit Ende der achtziger Jahre in Semily hergestellt.

Die Wende zu Beginn der neunziger Jahre bedeutet mehr oder weniger das Ende der Genossenschaft. Die Betriebe in Semily und Nový Hrádek werden zu einer neuen Genossenschaft transformiert, die die Exportmarke aus den siebziger Jahren KOVAP übernimmt. Die neuentstandene Firma stellt die Produktion von Kunststoffspielzeug nach und nach ein und spezialisiert sich erneut ausschließlich auf mechanisches Spielzeug aus Blech. Durch diesen Schritt erhält sie Mitte der neunziger Jahre einen Auftrag über die Herstellung von Modellen des mechanischen Blechspielzeugs der berühmten Firma SCHUCO, die bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Spielzeug produzierte.

Obwohl oder gerade weil die heutige Zeit von Elektronik übersättigt ist, hat das klassische Blechspielzeug nach wie vor seine treuen Fans und Bewunderer.

Das Jahr 2019 bedeutete für die Firma KOVAP in vielerlei Hinsicht einen Umbruch. Mitte des Jahres wechselte die Gesellschaft ihren Inhaber, es werden eine Umstrukturierung und Modernisierung in Angriff genommen. Dazugekauft wurde die Gesellschaft KADEN, die in den Zeiten der Genossenschaft Kovodružstvo Náchod mit KOVAP ein Unternehmen gebildet hatte. Die Firma KADEN produziert Modelle von Automobilen, Militärfahrzeugen, Baukästen und Metallteilen. Die erfolgreiche Zusammenarbeit aus der Vergangenheit erwacht unter der neuen Leitung zu neuem Leben.

Trotz des allgemein ungünstigen Jahres 2020 führen die Unternehmen moderne Produktionstechnologien ein, gestalten neue Produkte und Designverpackungen und suchen mittels E-Shop und der sozialen Netzwerke neue Absatzwege. Dank diesen Aktivitäten erleben sie ein neues Wachstum und kommen den Wünschen ihrer Kunden näher.

Metallbearbeitung

Die Zeiten, in denen wir die Stahlformen für das Spielzeug mithilfe eines Pantographs von einem Etalon aus Holz umzeichneten, sind längst vorbei, trotzdem verfügen wir nach wie vor über diese Ausstattung und Technologie. Seit den siebziger Jahren nutzen wir für die Herstellung der Formen und Vorrichtungen, die für die Spielzeugproduktion notwendig sind, Drehbänke, Schleifmaschinen und Bohrmaschinen, die dank ihrer Zuverlässigkeit auch noch die nach uns kommenden Generationen überleben werden. Zur Jahrtausendwende wurden die Technologien noch um das Drahterodierschneiden und Funkenerodiersenken erweitert. Hiermit gewann KOVAP einen unabhängigen Werkzeugbau, in dem wir die gesamte Entwicklung, Konstruktion und anschließend auch die Herstellung der Produkte und Formen in eigener Regie sicherstellen können. Nur ein Beispiel: Hinter dem Spielzeugtraktor ZETOR 25 A verbergen sich über 70 Formen und Vorrichtungen, ohne die das Spielzeug nicht in einer so präzisen Verarbeitung und nicht bis ins kleinste Detail hätte hergestellt werden können.

Blechschneiden und -biegen

Das Blechbiegen ist eine Magie, der wir uns bereits seit der Zeit der Gründer, der Gebrüder Sedlák, im Jahre 1945 verschrieben haben. Unser Maschinenpark zählt insgesamt sechzehn Pressen mit einer Bandbreite von 10 bis 40 Tonnen Schließkraft. Wir überlegen nicht nur, auf welche Art das Blech geformt werden kann, sondern auch, wie man es zu einer kompakten Einheit so verbinden kann, dass die scharfen Blechkanten nicht die menschliche Hand und vor allem keine zarten Kinderhände verletzen. Unser gesamtes Spielzeug wurde jeweils als sicheres Produkt zertifiziert.

Kunststoffpressen

Bestimmte Produkte können einfach nicht aus Blech produziert werden, entweder aus wirtschaftlichen oder aber aus logischen Gründen. Zum Beispiel ein Autoreifen. Im Kunststoffpresswerk im Betrieb in Nový Hrádek können wir alle diese Teile pressen. Und wenn es unbedingt sein muss, auch rosafarben.

Druckguss von Zinklegierungen

Der Weg der Druckgussmaschine für Zinklegierungen in den Maschinenpark von KOVAP hat eine seltsame Geschichte. In den siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts war es dem gewieften stellvertretenden Direktor gelungen, für den Export einen Spielzeugauftrag für Kanada an Land zu ziehen. Wie es aber damals eben gang und gäbe war, konnten weder Devisen noch Valuten die Reise in die umgekehrte Richtung antreten, und so traf in der damaligen ČSSR eine Maschine ein, deren Wert den Bedürfnissen der damaligen Planwirtschaft entsprach. Sie wurde von der Gesellschaft DYNACAST hergestellt, und wir arbeiten mit ihr bis heute. Wir schätzen ihre Geschichte sowie die Tatsache, dass keine Wartungskosten für sie anfallen. Wir setzen Sie stets selbst instand, obwohl die Wartungsanleitung längst nicht mehr vorhanden ist.

Offsetdruck auf Blech

Das Blech kaufen wir von dem slowakischen Lieferanten U.S.Steel Košice. Es handelt sich hierbei um das einzige Vormaterial für die Spielzeugproduktion, das wir im Ausland besorgen. Die Offsetdruckmaschine wurde 1942 von der Gesellschaft J. G. Mailänder in Stuttgart, der heutigen Firma Koenig & Bauer, hergestellt. Im Werk der Genossenschaft Kovodružstvo Náchod in Nový Hrádek befindet sie sich schon seit den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. In Betrieb gesetzt wurde die Maschine erst Ende der achtziger Jahre, nach dem Ausrangieren einer noch älteren Maschine. Vom ersten Tag an diente sie zum Bedrucken des Blechs für die Spielzeugherstellung. Wir haben ausgerechnet, dass in dieser Zeit insgesamt 900 000 Blechtafeln mit dem Format 765 x 535 x 0,32 mm bedruckt wurden. Und ihre Aufgabe erfüllt die Maschine bis heute, und sie wird sie auch weiterhin erfüllen.

Manuelle Montage

Alle Spielzeugmodelle, einschließlich der Apparate, werden manuell von unseren geschickten und erfahrenen Mitarbeiterinnen im Betrieb in Chuchelna bei Semily montiert. Unsere Fertigungsdokumentation zählt insgesamt 8433 Normoperationen der manuellen Montage. Hält man sich einmal vor Augen, dass die Normung zumindest anhand einer Verifizierungsserie 1 Stunde lang abgestimmt werden musste, so waren es insgesamt um 8433 Stunden, sodass man bei einem Einschichtbetrieb und 260 Arbeitstagen pro Jahr auf insgesamt 4 Jahre kommt, in denen nur die Normen für die richtige Kalkulation der Fertigungskosten unserer Spielzeuge aufgezeichnet wurden. Die Normung erfolgte vor allem in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts, und das Hauptverdienst kommt sicherlich Herrn Jindřich Tomíček zu. Jenem Geistlichen, der im Rahmen der Kirchenprozesse verhaftet und 1949 dann zu 2,5 Jahren schwerem Kerker im Gefängnis Pankrác verurteilt worden war, weil er einen „Hirtenbrief“ vorgelesen hatte. Nach der Entlassung wurde ihm erst wieder im Jahre 1984 die Ausübung des Priesteramts erlaubt. Und die ganze Zeit, die er zu warten gezwungen war, arbeitete er in der damaligen Genossenschaft Kovodružstvo Náchod. Unter anderem als Normenbearbeiter.